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Stadtkirche St. Michael

 

Turm der Stadtkirche St. Michael

Anschrift der Stadtkirche Jena

Kirchpl. 1,

07743 Jena

Öffnungszeiten der Kirche außerhalb der Gottesdienste:

täglich außer sonntags

11.30 - 16.30 Uhr

Die Stadtkirch St Michael Jena im Internet

Sehenswürdigkeiten und Sehenswertes in Jena

Die Stadtkirche St. Michael

 

Das bedeutendste sakrale Denkmal Jenas

Die älteste dem Heiligen Michael geweihte Kirche Thüringens steht in Jenas Zentrum. Die Stadtkirche St. Michel ist eine spätgotische Hallenkirche und sie ist das bedeutendste sakrale Denkmal Jenas. Sie wurde im Zeitraum vom Ende des 14. bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts errichtet. Gestalt und Form der Stadtkirche in Jena weichen von der damaligen thüringischen Kirchenbautradition ab und zeigen den Einfluss böhmischer Sakralarchitektur.

Stadt- und Kirchenpatron Erzengel Michael

Die Jenaer Stadtkirche ist eine spätgotische Pfarrkirche, die ihren Namen dem Erzengel Michael verdankt.

Die etwa ein Meter hohe Plastik des Erzengels Michael ist eine sehr wertvolle Figur, die wahrscheinlich sogar noch vom Altar des romanischen Vorgängerbaus stammt. Sie ist heute im lnnern an einem Pfeiler der Nordarkaden angebracht. Mit dem erhobenen Schwert steht Erzengel Michael auf einem besiegten Drachen. Engel und Drachen sind aus Lindenholz, während die Flügel aus Eichenholz gefertigt wurden.

St. Michael war nicht nur der Patron der Kirche, sondern auch der Stadtheilige. Der Schwertengel war schon im Mittelalter der Stadtpatron, er galt als Rechtssymbol und war auf Siegeln angebracht.

Das Brautportal

Die Schauseite der Stadtkirche ist mit zwei Portalen im Langhaus zum Kirchplatz hin ausgerichtet. Das Hauptportal der Stadtkirche ist das besonders schmuckvolle Brautportal. Das Brautportal im dritten Joch wird vom dritten und vierten Strebepfeiler vom Erdboden bis zum Dachgesims seitlich begrenzt.

Das Brautportal ist eine kunstvolle Anlage, die Paare zum Zweck der Eheschließung betraten. Über eine Treppe führt der Weg zu einem Tympanon, auf dem sich drei Kielbogenfenster erheben. Dahinter öffnet sich ein Baldachin.

Brautportale entstanden an den Kirchen, als es bei begüterten Familien im 14. Jh. Mode wurde, die häusliche Trauung mit einer Messe zu verbinden.

Das Gerichtsportal

Neben dem Brautpoltal steht an der Südseite ein zweites Portal, das Fenster- oder Gerichtsportal. Das Gerichtsportal ist schlichter und ohne plastischen Schmuck.

Beim Gnadengericht traten die leitenden Personen zusammen, während die Verhandlung unter freiem Himmel stattfand. In den Sitznischen beiderseits des Aufgangs saßen die Richter. Der Pranger war an gleicher Stelle angebracht.

Die Wand links neben dem Portal wird von einer Spitzbogennische dominiert, in der sich die Figur des Erzengels Michael befand. Die Nische stand viele Jahre leer, da die mittelalterliche originale Holzplastik zum Schutz im Innern der Kirche aufbewahrt wurde. Nach der Restaurierung des Turms stiftete der Kirchbauverein 2002 eine Michaelsfigur, die der Künstler Ernemann Sander geschaffen hat.

Ara - Der Durchgang unter dem Hochchor

Der Durchgang unter dem Hochchor, lateinisch "ara" genannt, gehört seit dem 17. Jahrhundert zu den sieben Wundern von Jena. Im Mittelalter diente er als Verbindung zum dahinterliegenden Friedhof.

Auf einer Konsole vor dem höhlenartigen Bogen stand früher eine Marienplastik, die segnend ihre Hand erhob. Dieser Gestus richtete sich an die vorbeiziehenden Leichenzüge, die sich hindurchbewegten.

Gewölbeschmuck

Die achteckigen Langhauspfeiler münden in einen wunderbaren Gewölbehimmel. Zwischen Chor und Gemeinderaum besteht das Gewölbe aus einem großen Stern, der sich über zwei Joche erstreckt.

Von den Strebepfeilern aus entwickelt sich das sechsstrahlige, symmetrische Gebilde, das den Nabel der Welt verkörpert, also den Ort, an dem Christus den Opfertod gestorben ist: Jerusalem.

Darunter stand im Mittelalter der Kreuzaltar. Der Gewölbeschlussstein über dem Hochaltar im Chor ist das Motiv einer fünfblättrigen Rose, eines Symbols der Auferstehung. Darunter befindet sich die Grabkrypta.

Grabplatte Martin Luther

Die originale Grabplatte Martin Luthers gehört zu den wertvollsten Stücken in der Stadtkirche. Von Kurfürst Johann Friedrich I. von Sachsen war sie gleich nach dem Tod des Reformators 1546 in Auftrag gegeben und für die Grablege in der Wittenberger Schlosskirche bestimmt worden.

Das in Erfurt gegossene Kunstwerk gelangte jedoch nie an seinen Bestimmungsort. Durch den Verlust seiner Kurlande blieb das Bronzebildwerk zunächst im Weimarer Schloss und kam 1571 als Schenkung für die Universität nach Jena. So blieb die Grabplatte bis heute in Jena.

Wolfgangskapelle

Die heute als Sakristei genutzte Wolfgangskapelle (1494) befindet sich im Erdgeschoss des Turms und ist vom Mittelschiff der Kirche aus zugänglich. Bemerkenswert ist der spätgotische Vierstabstern, der die Decke ziert und in dessen Mitte das Stifterwappen angebracht ist. Dem hl. Wolfgang war ein Altar gewidmet, dessen Lehnsherr die Stadt war.

Der Kirchturm

Dem Turm der Kirche haben längst höhere Bauwerke den Rang abgelaufen, aber einst überragte er mit seiner Höhe von über 50 Metern alle anderen Gebäude der Stadt.

Über mehrere Jahrzehnte zog sich der Bau des Kirchturms bis in das Jahr 1556 hin. Die Quaderform im Erdgeschoss geht in ein achteckiges Oberteil über, das von einer Haube bekrönt wird. A

m Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Haube des Kirchturmes bei einem anglo-amerikanischen Bombenangriff zerstört. Der Turm erhielt 1948 eine provisorische, flache Haube, die lange Zeit das Bild der Kirche bestimmte. Tausende Menschen verfolgten im Jahr 2000 die Aktion "Haube hoch'; bei der das Wahrzeichen der Stadt seine charakteristische Bedeckung mit einer Einzeigeruhr wiedererhielt.